Ganz im Sinne der Maxime: ‚Wir machen es uns selbst‘, steht auch das Suppengemüse. Die generelle Grundhaltung geht übrigens weit über die erotischen Gedankenspiele hinaus und wird genauso bei der Reparatur der Wasch- sowie Espressomaschine, beim Spalten des Brennholzes, beim Wechseln der Autoreifen und beim Anlegen des Gemüsebeetes eingenommen. Self-reliance is the key.



 Also salzen wir nun ein.


Es zahlt sich gar nicht aus, lange um den heißen Brei zu reden, der hier ohnehin nichts verloren hat. Man nehme 3 Kilogramm Gemüse und 500 Gramm Salz. Wenn man das Verhältnis einhält, kann nichts mehr schief gehen. Esa’s Oma, von der auch dieses Rezept stammt, steht für das Suppengemüse zumeist mehrere Stunden in der Küche. Erstens stellt sie gleich größere Mengen her und zweitens hobelt sie bis dato das ganze Gemüse mit der Hand. Obwohl auch dieser Prozess sehr befriedigend sein kann, wird Esa beim nächsten Durchlauf mit der Küchenmaschine auftanzen, so wie sie auch uns gute Dienste leistet, damit die herzallerliebste Oma etwas geschont wird.



Nehmt Wurzel- und Knollengemüse, das euch gerade jetzt im Winter hervorragend zur Verfügung steht, und reibt es fein. Wir haben Karotten – in gelb, orange und violett, Knollensellerie, Pastinaken und Ingwer verwendet. Ebenso wurde Lauch, Petersilie und etwas roter Paprika – die Oma meint, da kommt gleich noch mehr Farbe ins Spiel – fein geschnitten. Das bearbeitete Gemüse wird gemeinsam mit dem Salz über Nacht in eine Schüssel gegeben und immer wieder umgerührt. Zu Beginn empfiehlt es sich gleich mit den Händen an die Sache ran zu gehen und das Salz gründlich einzuarbeiten. Nur Achtung, schneidet euch nur nicht vorher mit dem Messer in den Finger, dann brennt’s und der Finger-Schmiss hält gleich noch länger.



Das Salz entzieht dem Gemüse das Wasser und macht die verbliebene Feuchtigkeit für Mikroorganismen unbrauchbar. Am nächsten Tag wird das fertige Suppengemüse in Gläsern abgefüllt, beherzt an den Boden des Glases gedrückt, damit die Flüssigkeit nach oben steigt und keine Luftbläschen enthalten sind, und mit etwas Olivenöl abgeschlossen.