Backt mit und für viele ist die Divise, denn gemeinsam ist das Leben ein Zuckerschlecken. Kollektives Backen bringt euch buntere Kekse auf den Teller und mit Vielfalt springen wir am liebsten ins Vergnügen. Hand aufs Herz – Jux, Tollerei und Liebe schmeckt man ja auch bei jedem Bissen – sogar, bzw. grad dann, wenn mal was nicht so glatt läuft…

Das gegenständische Kekserl stammt – Prüffrage an unsere StammleserInnen: woher wohl? –na wieder von der Omama und es ist das beste Kekserl, dass sich weit und breit in unsrem Zuckergoscherl finden lässt. Esa’s Traudel-Oma, die am Fuße des Grazer Hausbergs dem Schöckel residiert, beschenkt ihre 4 Kinder zu jedem Geburtstag damit. No exceptions, no excuses. An Weihnachten kommt dann in extremer Vorfreude auch der Rest der Sippe zum Zug. Unser Orangenkekserl ist so heilig, dass die Dose immer nur ganz kurz geöffnet werden darf und man vor dem Verzehr das Kekserl huldig dankend Richtung Schöckel hebt. Vatikan, Mekka und Co. haben da nix zu melden. Aber da hat wohl jede Familie ihre eigenen Angewohnheiten & Eigenheiten.

Bevor wir euch aber hier und jetzt das heiligste unserer großmütterlichen Rezepte verraten, muss noch ein wichtiger Hinweis angebracht werden. Damit das Orangenkekserl auch wirklich vollkommen wird, brauchen wir zwei ganz wichtige Zutaten: Neben der Liebe und Leidenschaft – die sind wohl immer am Start  – benötigen wir qualitativ hochwertige Zitronen- & Orangenschale. Lasst es euch (mit Nachdruck von Oma) sagen, Orangenschale ≠ Orangenschale & Zitronenschale ≠ Zitronenschale. Dafür packt Oma einen weiteren Geheimtipp aus und schickt uns zum: Reformhaus & Gewürzstube BRANTNER in Graz.


Als wir das erste Mal dort waren, sind wir ziemlich abgegangen. Passiert auch heute immer noch… Der Brantner ist das Paradies für alle GewürzsympathisantInnen, TeemeisterInnen, Kräuterverliebte, SchmankelenthusiastInnen, GeschenkspiratInnen und Sichselbstgönnende. Seit 1975 gibts bei ihm – straight ausm Glasl heraus – was das Herz begehrt und den Geschmackknospen lieb ist. Danke herzlich.

Wir gehen somit nicht nur für die beiden extra fein geriebenen Zitrusavantgardisten, die beim Backen den ganzen Raum mit Amore erfüllenden, zum Brantner. Euch sei hiermit   ebenso nachdrücklich geraten, mal vorbei zu schneien. Für uns ist er immer einen Besuch wert!



Butter
250 Gramm
feiner brauner Zucker
90 Gramm
Staubzucker
90 Gramm
Eigelb
2
ganze Eier
3
Prise Salz
Orangenschale, extra fein
2 Teelöfferl
Zitronenschale, extra fein
1 Teeflöfferl
Vanille-Puderzucker
1 Teelöfferl
glattes Mehl
300 Gramm
Bitterorangen-Marmelade
Kuvertüre


Und nun ans Werk.


Das A&E (bzw. O) der Sache:
  1. Temperatur – alle Zutaten müssen bedingungslos zimmerwarm sein. MUST-have!
  2. Lass dir Zeit, Baby! – Geduld & Ausdauer werden immer belohnt – zizerlweise kommt alles hinzu, je mehr gerührt wird, desto besser. Schen Pomali, nur net hudeln!

Die Zutaten werden nach der Reihe mit Ruhe und Gespür zu einem Teig gemixt. Je kleiner die beigemengten Portionen, desto besser kann sich alles samtig fügen. Das Mehl kommt ganz zum Schluss dazu. Dabei immer eine seidige Konsistenz anvisieren. Das Backrohr darf gegen Ende des Mixtur-Prozesses auf 170 Grad Umluft vorheizen.

Mit der Teigspritzmaschine werden die Kekse dann in gezwirbelten Pyramiden aufs Backpapier platziert. Genügend Abstand lassen, die Sache verläuft sich zu perfekten Kreisen – da lacht das Herz der zirkularen Liebe.



5 -10 Minuten ins Rohr damit, bis die Kreise weißgoldig sind. Extra Clou: wenn ihr beim Spritzen länger braucht, lieber zwischenzeitlich nochmals mit dem Mixer Aufruhr in der Masse schaffen und niemals direkt auf das heiße Blech spritzen!



Die ausgekühlten Kekse gehen dann auf Partnersuche nach der symmetrischen zweiten Hälfte und werden mit Hilfe von Orangenmarmelade vereint. Als nächstes die Kuvertüre erwärmen – Temperieren nicht vergessen – und Kekse zu einem Drittel in die Schokolade tunken und wieder vorsichtig auf das Backpapier zum Trocken legen.

Die Orangenkekserl halten sich gut. Sie werden sogar immer besser, je länger man sie in der Dose ‘abliegen’ lässt – Oma gibt ihnen immer ein bis zwei Wochen zum Reifen.